Betriebsmuseum - Elektroinstallation im Wandel der Zeit

Gestern noch allgegenwärtig... heute schon fast in Vergessenheit geraten: die Anfänge der Elektroinstallationen. In manchen Objekten bis vor kurzem in Betrieb und manchmal noch heute anzutreffen.

Holzkanal, 1928 Hainstein Eisenach. Als erste Möglichkeit, die Installation mit angemessener Isolation unter Putz (UP) zu verlegen. Die textilisolierten Aderleitungen wurden in einer hohlgefrästen Holzleiste verlegt und mittels Deckleiste verschlossen. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt die UP-Holz-Schalterdose [Ihr gegenübergestellt eine aktuelle UP-Verteilerdose und eine Hohlwand-Gerätedose]. Schon bald wurde diese Technik von der Rohrinstallation verdrängt. Dabei wurden die Leitungen in ein aus getränkten Papierlagen mit dünnem Zinkmantel bestehendes Rohr eingezogen. Diese Zinkrohre wurden gefolgt von der heute noch gebräuchlichen einfachen Unterputzinstallation mittels Kunststoffmantel-Kabeln und können als direkte Vorgänger aktueller Flexrohre aus Kunststoff angesehen werden.
Beim folgenden Foto handelt es sich um verschiedene Taster: Oben ein UP-Lichttaster mit Porzellanknopf und unten links ein UP-Klingeltaster; beide aus den 30er Jahren. Unten rechts ein auf Putz (AP) Klingeltaster, wie er auch noch in den 50er Jahren gebräuchlich war.














Hier zwei Verzögerungsschalter gleicher Funktion, dazwischen liegen 60 Jahre Entwicklung. Interessant: links der Spule ist ein von außen zu erreichender Schlüsselzylinder angebracht, welcher dem Bevollmächtigten ein Schalten zwischen Dauer Ein - Automatik - Dauer Aus ermöglicht.
Daneben eine Schaltuhr mit Perpendikel. Mittels "Reitern" konnten auf einem Zahnkranz mehrere Schaltvorgänge im Zwölfstundentakt ausgelöst werden. Es war aber nur das Schalten von einem Stromkreis möglich.
Im folgenden Foto zwei weitere Generationen von Zeitbausteinen. Einmal von Elgawa (1977) und ein Multifunktionsrelais aktueller Bauart von Eltaco.
Hier sehen wir die Vorkriegsinstallation für eine Melkanlage in einer Scheune. Auf der Pertinaxplatte sind angeordnet: Wechselstromsteckdose (links oben), Drehstromdose (rechts oben) und ein Motorschutzschalter (unten). Auffällig und unzulässig ist das Verwenden unterschiedlich gut gegen Umwelteinflüsse geschützter Komponenten, d.h. "Schutzgrade". Neben der für Feuchtraumeinsatz zulässigen Steckdose wurde eine nur staubgeschützte Kraftsteckdose angebracht!
Ebenfalls aus der Vorkriegszeit stammt obiger AEG-Drehstromzähler.
Sehr gut ist der Fortschritt beim Vergleich dieser Drehstrom-Leistungsschalter zu erkennen: beide sind mit einer Maximalbelastung von 125 Ampere (A) angegeben!
Vergleich zweier 100-A Sicherungen: Vorkriegs-Schmelzsicherung, wie sie in ähnlicher Bauform auch noch heute anzutreffen ist - obwohl von den wesentlich bedienfreundlicheren Sicherungsautomaten technisch längst überholt. Die Installation erfolgte damals mittels der zwei Stehbolzen auf einer Marmorplatte, welche den Menschen am Zugriff auf dahinter liegende Leiterzüge hinderte.








Einzelgehäuse IP 65 (universeller Ausbau) Kunststoffgehäuse mit Sicherungskasten, als Kabelübergang und Verteiler genutzt.
Aktuelle CE-Steckverbinder und Kupplungen, 16A, 3-Pol/N/PE und eine alte Normen-Gerätekupplung aus Aludruckguß, 25A, 4-Pol/PEN. Letztere hat den entscheidenden Nachteil, dass bei Schutzleiterunterbrechung (oder falschem Anschluß der Adern bei Änderung der Drehrichtung) die Gehäuse Spannung führen können, was der Anwender weder an der Funktion angeschlossener Geräte noch an den Steckverbindungen selbst erkennen kann! Akute Verletzungsgefahr!
Sie sollten deshalb noch vorhandene alte Kupplungen sofort ausser Betrieb nehmen. Normen-Gerätekupplungen können kostengünstig gegen CE-Kupplungen ausgetauscht werden.
Spannungssucher "Wobla" [russisch: Fisch?] (1969) bis Ende der 80er Jahre unverändert produziert sowie ein "Duspol" Spannungstester mit integrierter Drehfeld- und Kleinspannungsmessung.v Zwei Leuchtmittel gleicher Leistung bei sehr unterschiedlicher Lichtausbeute...
Links ein RFT-Tischmikrophon der 60er Jahre (Alu-Druckguß) und ein aktuelles Beispiel von Monacor.
Links ein Lichtschalter - ebenfalls aus den 60er Jahren - sowie ein Modell der 80er Jahre. Im Eigenbau mit einer LED versehen.
Noch in den 50ern gebräuchlicher Porzellanstecker ohne Schutzkontakt - gegenübergestellt mit einem aktuellen CE-Stecker.
Zwei funktionsgleiche Messgeräte zur Prüfung ortsveränderlicher Geräte nach VBG-4. Mögliche Messdaten: Spannungsmessung, Betriebs-Strommessung, Schutzleiter/Isolationswiderstand, Ableitstrom. Hinten Baujahr 1972, vorne aktuelles Baujahr.





Der Versuch eines Vergleichs von Installationsprüfgeräten. Links ein russischer Kurbelinduktor (1975) mit folgenden Spezifikationen: über Kurbelgenerator wird eine Prüfspannung erzeugt, mit der eine Messung des Isolationswiderstandes möglich wird. Anzeige erfolgt über Zeigerinstrument. Rechts ein "profitest 0100-S", modernes Prüfgerät für u.a.: Standard-Isolationswiderstand, Spannung, Strom, Drehfeld, Schleifen- und Erdwiderstand, sowie testen der FI-Fehlerstromschutzschaltung (RCD).
Alle an Ihrer Anlage ermittelten Werte werden gespeichert und stehen per RS-232-Schnittstelle zur computergestützten Weiterverarbeitung bereit. So ist es möglich, detaillierte Protokolle - aufgeschlüsselt bis auf jede einzelne Steckdose - kostengünstig zu erstellen und dauerhaft zu archivieren.
Denn Ihre Sicherheit ist unser erstes Anliegen.